DarkSwipe Blog

Erinnert ihr euch noch an ICQ?

Ich baue gerade den Messenger NOQTURN — Kontaktliste, Status, eigene Nummer, Uh-oh. Noch nicht fertig, aber testbar. Web, Windows und Android.

Nici (Arsay)19.9.2026

Ich bin gerade dabei, einen Messenger zu programmieren. Und je länger ich daran sitze, desto öfter muss ich an ICQ denken.

Ich glaube, viele von euch wissen sofort, was ich meine. Diese kleine Kontaktliste. Online. Abwesend. Nicht stören. Nicknames. Statusmeldungen. Die eigene ICQ-Nummer, die man irgendwann einfach auswendig konnte.

Und natürlich dieser eine Sound:

„Uh-oh!“

Man hat ihn gehört und wusste sofort: Da hat jemand geschrieben.

Eigentlich war ICQ total simpel. Aber irgendwie hatte es ein ganz eigenes Gefühl. Und genau dieses Gefühl versuche ich gerade ein Stück weit zurückzubringen. Nicht ICQ selbst. Keine Kopie. Und auch kein Versuch, so zu tun, als wäre wieder 2002.

Mich interessiert eher die Frage: Was war damals eigentlich so angenehm daran – und warum fühlt sich vieles heute trotz deutlich mehr Funktionen irgendwie unpersönlicher an?

Ich baue gerade NOQTURN

Der Messenger, an dem ich gerade arbeite, heißt NOQTURN.

Und wichtig vorweg: NOQTURN ist noch nicht fertig. Ich bin gerade aktiv am Programmieren, Ausprobieren, Ändern und teilweise wahrscheinlich auch wieder Verwerfen. Aber inzwischen ist das Ganze an einem Punkt, an dem man es tatsächlich benutzen und testen kann.

Und genau deshalb schreibe ich diesen Beitrag. Denn ich brauche Leute, die Bock haben, NOQTURN auszuprobieren. Am besten Leute, die dieses alte Messenger-Gefühl noch kennen. Oder zumindest verstehen, was ich damit meine.

Was ich an ICQ damals mochte

Ich will gar nicht mit diesem typischen „Früher war alles besser“ anfangen. War es nicht. Internet war langsamer. Dateien verschicken konnte gefühlt eine halbe Ewigkeit dauern. Und manches würden wir heute wahrscheinlich keine fünf Minuten mehr akzeptieren.

Aber trotzdem gab es etwas, das ich vermisse. Man kam nach Hause. Rechner an. ICQ an. Und dann hat man erstmal geschaut: Wer ist da?

Freunde aus der Schule. Leute aus irgendwelchen Foren. Menschen, die man auf Konzerten kennengelernt hatte. Irgendjemand aus einer anderen Stadt. Vielleicht auch diese eine Person, bei der man ein bisschen genauer hingeschaut hat, wenn sie plötzlich online kam.

Man hatte seine Kontaktliste. Und das waren eben die eigenen Leute. Keine endlose Timeline. Keine Videos, die man unbedingt als Nächstes anschauen soll. Keine Likes. Keine Follower. Kein Algorithmus, der entscheidet, was gerade angeblich wichtig für einen ist.

Einfach Kontakte. Und wenn jemand online war, konnte man schreiben. Das war's eigentlich. Und vielleicht ist genau das der Punkt.

Braucht die Welt wirklich noch einen Messenger?

Natürlich ist das eine Frage, die ich mir selbst stelle. Wir haben heute WhatsApp, Signal, Telegram und andere Handy-Messenger. Wir haben Discord. Wir haben TeamSpeak. Und inzwischen gibt es mit ICQ Reborn sogar ein Projekt, das sich ganz bewusst am alten ICQ orientiert.

Warum also NOQTURN? Warum noch einen Messenger programmieren?

Die Antwort ist für mich nicht: Weil die anderen schlecht sind. Sind sie nicht. Ich benutze einige davon selbst. Aber sie lösen für mich teilweise etwas anderes.

Bei Discord dreht sich beispielsweise sehr viel um Server, Communitys und Channels. TeamSpeak verbindet wahrscheinlich bis heute viele mit Sprachkommunikation, Gruppen und Gaming. Die klassischen Handy-Messenger hängen wiederum sehr stark am Smartphone und häufig an Kontakten, die man ohnehin schon über seine Telefonnummer kennt.

Und ICQ Reborn geht bewusst in die Richtung: das klassische ICQ-Erlebnis wieder zurückbringen. Das finde ich sogar ziemlich cool. Aber ich möchte mit NOQTURN etwas anderes ausprobieren.

Ich will wieder eine richtige Kontaktliste

Vielleicht klingt das komplett altmodisch. Aber genau darum geht es mir. Ich will einen Messenger öffnen und meine Leute sehen. Nicht erstmal einen Server auswählen. Nicht durch irgendwelche Channels klicken. Nicht einen Feed durchscrollen. Nicht gucken, was gerade trendet.

Sondern: meine Kontakte.

  • Wer ist online?
  • Wer ist abwesend?
  • Wer möchte nicht gestört werden?
  • Wer ist offline?
  • Und wem möchte ich gerade schreiben?

Das ist für mich der eigentliche Kern von NOQTURN. Ein Messenger soll sich erstmal wie ein Messenger anfühlen. Nicht wie ein soziales Netzwerk. Nicht wie eine riesige Community-Plattform. Nicht wie ein Content-Portal. Einfach Kontakte und Gespräche.

Und ja: Die Nummer ist wieder da

Das war für mich ziemlich schnell klar. Wer früher ICQ hatte, erinnert sich wahrscheinlich an seine ICQ-Nummer. Manche vermutlich sogar heute noch. Dieses Prinzip wollte ich unbedingt wiederhaben.

Deshalb bekommt jeder Account bei NOQTURN automatisch eine eigene feste Noqturn-Nummer. Keine Handynummer. Kein Klarnamenzwang. Einfach eine Nummer, die zu deinem Account gehört. Andere können dich darüber finden und dir eine Kontaktanfrage schicken.

Natürlich gibt es auch einen Nickname. Aber ich mag diesen Gedanken einfach: Du lernst irgendwo jemanden kennen. Und statt direkt die private Handynummer rauszugeben, heißt es vielleicht irgendwann wieder: „Wie ist deine Nummer?“ Nur dass damit eben die Noqturn-Nummer gemeint ist.

Du hast deinen Nickname. Du hast dein Profil. Und du hast deine Nummer. Fertig.

Vielleicht ist das ziemlich nerdig. Aber genau solche Kleinigkeiten machen für mich dieses alte Messenger-Gefühl aus.

Was NOQTURN aktuell schon kann

Wie gesagt: Das Ding ist noch im Bau. Aber einiges funktioniert inzwischen.

  • klassische Kontaktliste — Kontakte suchen und hinzufügen
  • eigene feste Noqturn-Nummer für jeden Account
  • Status: Online, Abwesend, Nicht stören, Unsichtbar, Offline
  • eigene Statusmeldung und Profilbilder
  • private Chats und private Gruppen
  • Bilder und Dateien verschicken
  • Tipp-Anzeige und Lesebestätigung
  • Browser, Windows-App und derselbe Account überall

Die Webversion könnt ihr auch auf dem Smartphone im Browser benutzen. Eine native Android-App geht gerade in den ersten Closed Test. Dafür brauche ich eine Gmail-Adresse, weil der Zugang über den Play Store läuft. iOS kommt später.

Und zur Windows-Version ganz ehrlich: Die muss momentan öfter aktualisiert werden. Builds ändern sich, Installationen müssen neu. Deshalb tendiere ich gerade dazu, dass wir zuerst die Webversion testen. Android und Windows sollen aber auf jeden Fall auch mitgetestet werden — nur eben nicht als Erstes für alle.

Und natürlich gibt es einen Nachrichtenton. Ja. Auch ein „Uh-oh!“ Nicht das originale ICQ-Geräusch. Das wäre sowieso nicht der Weg, den ich gehen möchte. Aber ganz ohne so einen kleinen akustischen Wiedererkennungsmoment wollte ich es auch nicht machen.

Und was gibt es noch nicht?

Auch das gehört für mich dazu. Ich möchte nicht so tun, als wäre NOQTURN bereits ein fertiges Produkt. Ist es nicht. Ich bin noch am Programmieren. Es fehlen Dinge. Manche Sachen sind noch nicht entschieden. Andere werden wahrscheinlich erst durch Feedback entstehen.

  • keine öffentlichen Räume
  • keine öffentlichen Gothic-, Metal-, Punk- oder Stadt-Chats
  • keine Szenen-Tags oder Discovery-Funktionen
  • noch keine iOS-App
  • Sicherheit und Moderation müssen weiterentwickelt werden

Genau deshalb suche ich jetzt schon Tester. Nicht erst dann, wenn alles fertig ist.

Warum nicht einfach Discord?

Das wird wahrscheinlich eine der ersten Fragen sein. Und die Antwort ist: Weil ich gar kein zweites Discord bauen möchte.

Discord ist stark darin, viele Menschen in Servern, Communitys und Channels zusammenzubringen. Aber genau das ist nicht mein Ausgangspunkt. Bei NOQTURN soll nicht zuerst die Community kommen. Sondern der einzelne Kontakt.

Du hast jemanden in deiner Kontaktliste. Du siehst seinen Status. Du schreibst ihm. Wenn ihr mehrere seid, macht ihr eine private Gruppe. Das ist eine andere Art, einen Messenger zu denken. Kleiner. Direkter. Persönlicher.

Und warum nicht einfach WhatsApp oder Signal?

Auch die Frage ist völlig berechtigt. Natürlich kann man mit bestehenden Messengern wunderbar schreiben. Aber bei denen beginnt ein Kontakt heute meistens damit, dass man seine Telefonnummer austauscht oder bereits im Telefonbuch des anderen steht.

Genau das möchte ich ein Stück weit aufbrechen. Bei NOQTURN hast du deine eigene Messenger-Identität: deinen Nickname, deine Noqturn-Nummer, deine Kontaktliste. Du musst nicht jedem Menschen, mit dem du schreiben möchtest, automatisch deine private Mobilfunknummer geben.

Das klingt nach einem kleinen Unterschied. Für mich ist es aber ein ziemlich wichtiger.

Und was ist dann mit ICQ Reborn?

ICQ Reborn finde ich tatsächlich interessant. Das Projekt geht bewusst stark in Richtung des klassischen ICQ-Erlebnisses. Und das ist vollkommen okay. Eigentlich finde ich es sogar schön, dass Leute versuchen, dieses Stück Internetgeschichte wieder zum Leben zu bringen.

Mein Ansatz ist trotzdem ein anderer. Ich will ICQ nicht möglichst genau wiederherstellen. Ich will eher einzelne Dinge nehmen, die sich damals gut angefühlt haben.

Kontaktliste? Ja. Status? Ja. Eigene Nummer? Definitiv. Direkte Gespräche statt Feed? Auf jeden Fall.

Aber daraus soll etwas Eigenes entstehen. Eigenes Design. Eigene Funktionen. Eigene Technik. Eigene Richtung. Deshalb soll NOQTURN auch nicht einfach „ICQ in dunkel“ werden. Die Inspiration darf man ruhig spüren. Aber am Ende soll NOQTURN ein eigener Messenger sein.

Und warum überhaupt Subkulturen?

NOQTURN entsteht ziemlich stark aus meinem eigenen Umfeld heraus. Und dieses Umfeld besteht nun mal zu einem großen Teil aus Leuten aus alternativen Szenen: Gothic, Darkwave, EBM, Industrial, Metal, Punk, Emo, Visual Kei, Cosplay, Nerd- und Geek-Kultur, alternative Kunst, Tattoo- und Piercingkultur, queere Communitys — und all die Überschneidungen dazwischen.

Dabei möchte ich NOQTURN aber nicht zu einem Messenger machen, bei dem man erstmal beweisen muss, zu welcher Szene man gehört. Darum geht es überhaupt nicht. Im Gegenteil: Ich finde gerade interessant, dass die meisten Menschen sowieso nicht nur „eine Sache“ sind.

Jemand hört Darkwave, geht auf Metal-Konzerte, macht Cosplay, fotografiert, spielt Pen & Paper — und sitzt vielleicht am nächsten Wochenende auf irgendeinem komplett anderen Event. Warum sollte man das künstlich trennen?

Der Gedanke ist deshalb eher: NOQTURN soll aus dieser alternativen Kultur heraus entstehen. Nicht als geschlossener Club. Sondern mit einer bestimmten Haltung. Ein bisschen weniger Mainstream. Ein bisschen weniger Selbstdarstellung. Ein bisschen weniger Reichweite. Und hoffentlich ein bisschen mehr echte Kommunikation.

Vielleicht brauchen wir gar nicht mehr Funktionen

Das ist etwas, worüber ich beim Programmieren inzwischen ziemlich viel nachdenke. Normalerweise denkt man bei einer neuen App sofort: Was können wir noch einbauen? Welche Funktion fehlt noch? Was können andere Apps, das wir auch brauchen?

Aber vielleicht ist das genau der falsche Ansatz. Vielleicht muss NOQTURN gar nicht irgendwann alles können. Vielleicht ist sogar das Gegenteil interessant. Nicht noch ein Messenger, der irgendwann zur riesigen Alles-Plattform wird. Sondern einer, der bewusst ein bisschen kleiner bleibt: Kontaktliste, Status, Nummer, Gespräche, private Gruppen.

Vielleicht ist das für manche zu wenig. Kann sein. Aber vielleicht ist es für andere genau deshalb angenehm.

Und genau das möchte ich jetzt testen

Ich kann natürlich alleine weiterprogrammieren und mir einreden, dass meine Ideen alle großartig sind. Bringt nur nichts. Am Ende müssen andere Menschen das Ding benutzen.

Deshalb suche ich jetzt Leute, die Lust haben, NOQTURN früh zu testen. Nicht irgendwann, wenn alles fertig und durchpoliert ist. Sondern jetzt. Während ich noch daran baue.

Ich suche Leute, die mir ehrlich sagen: Das funktioniert. Das ist umständlich. Das fehlt. Das braucht kein Mensch. Das fühlt sich gut an. Oder vielleicht sogar: „Scheiße, das erinnert mich wirklich ein bisschen an früher.“

Natürlich brauche ich auch Leute, die Bugs finden. Aber fast noch wichtiger ist mir das Gefühl dabei. Macht es Spaß, die Kontaktliste wieder offen zu haben? Ist es angenehm zu sehen, wer online ist? Fühlt sich die eigene Nummer gut an oder ist das heute einfach nur noch nostalgischer Quatsch? Vermisst ihr etwas? Ist irgendwas komplett überflüssig?

Genau solche Dinge möchte ich wissen.

Vielleicht ist es am Ende wirklich nur Nostalgie

Auch das kann passieren. Vielleicht testen es Leute und sagen: „War damals schön. Heute brauche ich das nicht mehr.“ Dann ist das eben so.

Aber vielleicht passiert auch das Gegenteil. Vielleicht merkt man beim Benutzen plötzlich: Verdammt. Irgendwie habe ich genau das vermisst. Dieses kleine Fenster. Die Kontaktliste. Die Leute, die gerade da sind. Eine Nachricht. Ein Sound. Und sonst erstmal nichts.

Genau das möchte ich herausfinden.

Also: Wer hat Bock?

Wenn ihr früher ICQ benutzt habt, würde mich eure Meinung natürlich besonders interessieren. Vielleicht kennt ihr eure alte Nummer sogar noch. Aber ihr müsst auch keine ICQ-Veteranen sein. Wenn ihr einfach Bock habt, einen neuen Messenger sehr früh auszuprobieren und mir ehrliches Feedback zu geben, seid ihr genauso willkommen.

NOQTURN ist noch nicht fertig. Ich bin noch mitten im Programmieren. Es wird sich noch einiges verändern. Es werden Funktionen dazukommen. Andere Ideen werden vielleicht wieder rausfliegen. Und genau deshalb ist jetzt eigentlich der beste Zeitpunkt, um Tester mit reinzunehmen.

Unten könnt ihr euch eintragen. Bitte sucht euch aus, welche Version ihr testen wollt:

  • Webversion — gerade der einfachste Einstieg. Läuft im Browser, auch auf dem Handy.
  • Windows-Testversion — Desktop-App. Kann momentan öfter ein Update brauchen.
  • Android-App — vorerst nur Android, noch kein iPhone. Dafür brauche ich eine Gmail-Adresse.

Ich tendiere gerade dazu, dass wir mit der Webversion starten. Später müssen aber auf jeden Fall auch Android und Windows mitgetestet werden.

Also: Erinnert ihr euch noch an ICQ? Was verbindet ihr damit? Was fehlt euch bei heutigen Messengern? Würdet ihr so eine klassische Kontaktliste heute überhaupt noch benutzen? Wie findet ihr die Idee mit der eigenen Noqturn-Nummer?

Und vor allem: Habt ihr Bock, NOQTURN mit mir zu testen und zu schauen, ob man dieses alte Messenger-Gefühl tatsächlich ein Stück weit zurückholen kann?

Dann trag dich ein. Ich bin wirklich gespannt, was ihr dazu sagt.

Closed Test

NOQTURN jetzt testen

Sag mir, welche Version du ausprobieren willst. Ich schicke dir danach den Link oder die Zugangsdaten per E-Mail.

Aktuell ist die Webversion der stabilste Einstieg. Die Windows-App muss öfter aktualisiert werden. Android und Windows sollen trotzdem bald mitgetestet werden.

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